Steigende Leitzinsen als Risiko für Schwellenhaushalte

Hamburg (ots) – Nachdem Mario Draghi zusicherte, bis zum Ende des Sommers 2019 an den bisherigen Leitzinsen von null Prozent festhalten zu wollen, sind Fragen zur anschließenden Entwicklung noch offen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer sprunghaften Steigerung gering ist, rät Stephan Scharfenorth vom Vermittlungs- und Beratungsportal Baufi24.de Immobilienbesitzern bereits jetzt über die Folgen einer Zinsanhebung sowie entsprechende Vorsorgemaßnahmen nachzudenken. Wie solch ein Szenario im Ernstfall aussehen könnte, schildert Stephan Scharfenorth anhand von Schwellenhaushalten. Szenario 1: Weniger Wohnraum fürs gleiche Budget Steigende Immobilienpreise, besonders in Ballungszentren, reizen inzwischen die finanziellen Ressourcen vieler Familien bis an die Grenzen aus. “Schwellenhaushalte sind von Kostenveränderungen am stärksten betroffen, da sie weniger finanziellen Spielraum haben, um Wertveränderungen auszugleichen”, warnt daher Scharfenorth. Sollten im kommenden Jahr die Kosten für Zinszahlungen steigen, bliebe von ihrem Gesamtbudget ein geringerer Betrag zur Kaufpreiszahlung übrig. Mit anderen Worten: Bei gleich hoher monatlicher Zahlungsrate müssten sie auf kleinere Wohnräume ausweichen oder sich ganz gegen einen Immobilienerwerb entscheiden. Szenario 2: Sinkende Marktpreise Dass die steigenden Immobilienpreise in einzelnen Bevölkerungsschichten zunehmend zur Kaufzurückhaltung führen, legt auch eine aktuelle Auswertung der Allianz nahe. Nachdem die unteren Einkommensschichten im vergangenen Jahr nicht einmal mehr in der Hälfte der Bundesländer investierten, sind selbst Normalverdiener zurückhaltend: So verfügte der durchschnittliche Baufinanzierungskunde 2017 laut der Allianz über ein Haushaltsnettoeinkommen von rund 4000 Euro und lag damit deutlich über dem vom Statistischen Bundesamt ermittelten mittleren Haushaltsnettoeinkommen von rund 3300 Euro. Sollte die Mittelschicht im nächsten Jahr nach einer zusätzlichen Zinsanhebung ihre finanzielle Belastungsgrenze überschreiten und sich zunehmend gegen den Eigenheimerwerb entscheiden, könnten am Ende wohlmöglich zahlreiche Häuser leer stehen. Die mögliche Folge solch eines Szenarios: “Eine nach unten gerichtete Marktpreisentwicklung ist dann nicht mehr auszuschließen”, schätzt Scharfenorth. Szenario 3: Beleihungswerte im Ungleichgewicht Ändern sich die Preise für Immobilien, ist dies jedoch nicht nur ärgerlich für Investoren, die zuvor zu höheren Preisen gekauft haben. Noch laufende

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