Bitcoin: Kann ihn China zerstören? Besonnenheit statt FUD, Teil 2

Bitcoin: Kann China die Kryptowährung Nummer eins zerstören? Der zweite Teil. Im ersten Teil haben wir das Phänomen der leeren Blöcke betrachtet, die chinesische Miner schürfen. Die Betrachtung des Papers von Kaiser et al. setzen wir nun fort und betrachten die Gefährdungen, die die Autoren des Papers identifiziert haben. Zur Einordnung lassen wir uns von einem wichtigen Framework des Qualitätsmanagements inspirieren.Eine Kolumne von Dr. Philipp GieseIm ersten Teil der Betrachtung einer etwaigen Gefahr für Bitcoin aus China haben wir auf die Blöcke geschaut. Gemeinsam mit dem Paper von Kaiser et al. blickten wir in die Vergangenheit und lernten, dass von 2015 bis 2016 überdurchschnittlich viele leere Blöcke von chinesischen Minern gemint wurden. Der Grund dafür war die Great Firewall of China beziehungsweise, dass große Datenpakete schlecht zwischen chinesischen Nodes und dem Rest der Welt ausgetauscht werden konnten. Das Bitcoin-Protokoll wurde diesbezüglich optimiert, sodass das Minen von leeren Blöcken eigentlich nicht mehr sinnvoll sein sollte.Mit gewisser Sorge mussten wir jedoch sehen, dass zumindest in den letzten Tagen der Anteil an leeren Blöcken wieder sehr hoch war. Pauschal China die Schuld zu geben, wäre dabei unfair, da wir Antpool als Hauptverantwortlichen klassifizieren konnten. Wir schlossen deshalb damit ab, dass der Fokus auf China allein etwas engstirnig ist und dass jeder einzelne von uns gemäß dem Motto „Do Your Own Research“ die Bitcoin-Blockchain bezüglich etwaiger Anomalien im Auge haben sollte.Der Hauptteil des Papers analysiert verschiedene Angriffe auf das Bitcoin-Netzwerk und klassifiziert diese nach Zweck, Sichtbarkeit, Angriffsziel und Voraussetzungen. Als mögliche Zwecke sehen die Autoren Zensur, Deanonymisierung,…

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Kann China Bitcoin zerstören? Besonnenheit statt FUD, Teil 1

Eine Studie von Kaiser et al. untersucht verschiedene Angriffsvektoren, die ein Staat gegen Bitcoin nutzen könnte. An verschiedenen Stellen im Bitcoin-Ökosystem las man eine reine apokalyptische Interpretation. Doch was genau wird in der Studie diskutiert und was hat Antpool damit zu tun?Eine Kolumne von Dr. Philipp GieseEin Gespenst geht um im Krypto-Wald. China, so heißt es, „habe die Fähigkeiten und eine starke Motivation, Bitcoin zu zerstören“. Es wird die besorgte Frage gestellt, „ob die chinesische Regierung Bitcoin zerstören“ könne.Dass der virtuelle Blätterwald die Studie in dramatischen Tönen zitiert, ist verständlich. „The Looming Threat of China: An Analysis of Chinese Influence on Bitcoin” ist ein besorgniserregender Titel. Im Paper möchten Ben Kaiser, Mireya Jurado und Alex Ledger darstellen, wie stark der Einfluss Chinas auf das Bitcoin-Ökosystem ist und welche Angriffsvektoren China gegen Bitcoin richten kann.Der Markt, der in der letzten Zeit so seitwärts unterwegs war, dass die Volatilität Bitcoins sich langsam mit der von Fiatwährungen messen ließ, reagierte prompt und fiel um fünf Prozent. Besorgt fragen sich viele, ob Bitcoins Existenz wirklich vom Wohlwollen Chinas abhängig ist und Investoren betrachten Bitcoin mit Sorge. Aus derartiger Angst entwickelt sich häufig FUD – Fear, Uncertainty, Doubt –, ein lähmendes Gefühl, das eine ganze Community bremsen kann.Um aus diesem sorgenvollen Teufelskreis des Grübelns und der Panik auszubrechen, hilft Aufklärung. In Zeiten der Sorge ist es immer am besten, die Primärquelle selbst zu studieren und auch diese kritisch zu hinterfragen. Die Devise ist das vielzitierte Mantra DYOR – Do Your Own Research. Ebenjene Research wollen wir…

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China: Bank of Communication gibt Wertpapiere via Blockchain heraus

Eine der größten Banken Chinas, die Bank of Communication (BoCom), gab Ende September immobiliengedeckte Wertpapiere im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar über ein firmeneigenes Blockchain-Netzwerk aus. Die Großbank unterstrich damit ein weiteres Mal den praktischen Nutzen der Blockchain-Technologie. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass eine Distributed-Ledger-Technologie zur Ausgabe derartiger Wertpapiere genutzt wird. RMBS (Residential Mortage Backed Securities) sind hypothekenbesicherte Wertpapiere, die aufgrund ihrer langfristigen Renditeaussichten häufig von Großbanken bezogen werden. Dass dies jedoch über die Blockchain geschieht, ist ein Novum.

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„Die Kurse werden wieder anziehen”: Sir Howard Davies im Interview

Sir Howard Davies gilt als einer der führenden Finanzexperten weltweit. Ein Blick auf seinen Lebenslauf verrät, warum. Von 1995 bis 1997 war Davies stellvertretender Direktor der Bank of England, von 1997 bis 2003 Vorsitzender der britischen Finanzmarktaufsicht FSA sowie elf Jahre als Direktor für die Risikoabteilung des Bankenriesens Morgan Stanley zuständig. Heute leitet Davies die krisengebeutelte Royal Bank of Scotland und berät nebenbei Fonds sowie die chinesischen Finanzbehörden. Wie es um die Zukunft des Bitcoin steht, welche Auswirkungen Kryptowährungen für Zentralbanken haben und welche Rolle die Blockchain dabei spielt – hierzu beantwortete Howard Davies BTC-ECHO einige Fragen.Das Interview wurde vom Englischen ins Deutsche übersetzt. BTC-ECHO: Während der Bitcoin im vergangenen Jahr in astronomischen Höhen schwebte, verglichen Sie den drohenden Crash der Krypto-Ökonomie mit Dantes Inferno. Seit dem Allzeithoch im Dezember von 19.783 US-Dollar ist der Bitcoin-Kurs stark gesunken. Das Inferno ist eingetreten, der Bitcoin jedoch nicht völlig ausgebrannt. Wie sehen Sie die Zukunft von Kryptowährungen? Besteht eine Chance, dass sich der Bitcoin aus seiner Asche erhebt?Howard Davies: Meine Dante-Anspielung bezog sich auf den Vers „Gebt die Hoffnung auf, alle, die ihr hier hineingeht.“ Dabei ging es mir vor allem um die Warnung an Kleinanleger, die dachten, mit Bitcoin-Investments könne leichtes Geld verdient werden. Ich hoffe, ein paar Leute haben zugehört! Die jüngsten Preisstürze haben bewiesen, dass Kryptowährungen hochvolatile Investments sind. In Zukunft könnten sie aber weiterhin eine Rolle spielen und ich glaube, dass die Kurse wieder anziehen werden – zumindest zu einem gewissen Grad. Ich glaube allerdings, dass

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„Die Kurse werden wieder anziehen”: Sir Howard Davies über Bitcoin und Blockchain

Sir Howard Davies gilt als einer der führenden Finanzexperten weltweit. Ein Blick auf seinen Lebenslauf verrät, warum. Von 1995 bis 1997 war Davies stellvertretender Direktor der Bank of England, von 1997 bis 2003 Vorsitzender der britischen Finanzmarktaufsicht FSA sowie elf Jahre als Direktor für die Risikoabteilung des Bankenriesens Morgan Stanley zuständig. Heute leitet Davies die krisengebeutelte Royal Bank of Scotland und berät nebenbei Fonds sowie die chinesischen Finanzbehörden. Wie es um die Zukunft des Bitcoin steht, welche Auswirkungen Kryptowährungen für Zentralbanken haben und welche Rolle die Blockchain dabei spielt – hierzu beantwortete Howard Davies BTC-ECHO einige Fragen.Das Interview wurde vom Englischen ins Deutsche übersetzt. BTC-ECHO: Während der Bitcoin im vergangenen Jahr in astronomischen Höhen schwebte, verglichen Sie den drohenden Crash der Krypto-Ökonomie mit Dantes Inferno. Seit dem Allzeithoch im Dezember von 19.783 US-Dollar ist der Bitcoin-Kurs stark gesunken. Das Inferno ist eingetreten, der Bitcoin jedoch nicht völlig ausgebrannt. Wie sehen Sie die Zukunft von Kryptowährungen? Besteht eine Chance, dass sich der Bitcoin aus seiner Asche erhebt?Howard Davies: Meine Dante-Anspielung bezog sich auf den Vers „Gebt die Hoffnung auf, alle, die ihr hier hineingeht.“ Dabei ging es mir vor allem um die Warnung an Kleinanleger, die dachten, mit Bitcoin-Investments könne leichtes Geld verdient werden. Ich hoffe, ein paar Leute haben zugehört! Die jüngsten Preisstürze haben bewiesen, dass Kryptowährungen hoch-volatile Investments sind. In Zukunft könnten sie aber weiterhin eine Rolle spielen und ich glaube, dass die Kurse wieder anziehen werden – zumindest zu einem gewissen Grad. Ich glaube allerdings, dass

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Regulierungs-ECHO KW35 – Und wieder China: Besser wird es nicht

In der zurückliegenden Woche ist rund um den Globus mal wieder viel in Sachen Regulierung geschehen. In unserem Regulierungs-ECHO blicken wir zum Wochenausklang zurück und fassen zusammen, was wann wo und von wem gesagt, gedacht oder beschlossen wurde.China: Guangzhou folgt Peking im Kampf gegen KryptowährungenIm vergangenen Regulierungs-ECHO berichteten wir bereits darüber, dass die Regierung der Stadt Peking Kryptoveranstaltungen verbietet. Jetzt zieht auch der Wirtschaftsstandort Guangzhou nach. So verfügte die Regierung der Sonderverwaltungszone, dass dort ansässige Unternehmen keine Veranstaltungen bewerben dürfen, die mit Krypto-Assets in Verbindung stehen. Als Begründung nennt die Regionalregierung eine Stärkung des Yuan und eine Stabilisierung des Finanzsystems.Nordamerika: Mehr als 200 laufende Untersuchungen zu ICOsWie die North American Securities Administrators Association (NASAA), zuständig für Kanada, die USA und Mexiko, bekannt gab, laufen derzeit mehr als 200 Untersuchungen, die mit Kryptowährungen zusammenhängen. Die Mehrheit dieser Untersuchungen bezieht sich dabei auf Initial Coin Offerings (ICO). Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, ist es bereits in 47 Fällen zu Entscheidun

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China: Kommunistische Partei veröffentlicht Blockchain-Fibel für Führungskader

Die Kommunistische Partei Chinas, die seit 1949 das Reich der Mitte regiert, gibt seinem Führungskader ab sofort eine Blockchain-Fibel an die Hand. Wie die Parteizeitung People’s Daily berichtet, steht den Parteimitgliedern seit diesem Montag, dem 13. August, ein entsprechender Reader zur Verfügung. Damit wird sich das Blockchain-Engagement der Volksrepublik um ein weiteres Puzzleteil ergänzt. Während Peking Kryptowährungen den Kampf angesagt hat, versucht die Regierung derzeit, das Wachstumspotential der Technologien entschieden zu nutzen.Nur was verstanden wird, kann Anwendung finden – dies hat auch die Kommunistische Partei (KP) begriffen. Um ihren Mitgliedern und vor allem dem Führungskader die Blockchain-Technologie näherzubringen, hat die chinesische Kaderpartei nun eine Blockchain-Fibel herausge

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Blockchain im Energiesektor – Durchbruch bei den Chinesen?

In der chinesischen Fudan University arbeitet man derzeit an einer dezentralen Strombörse. Diese würde es Teilnehmern im Energiesektor erlauben, untereinander Strom zu tauschen und zu handeln, ohne dass ein Mittelsmann dazu benötigt würde. Erarbeitet man in China etwa gerade das Konzept eines dezentralen Energiemarktes?Über die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie im Bereich Energiewirtschaft ist schon viel gesprochen worden. Neben den offensichtlichen Anwendungsfeldern im Investment oder in der Finanzierung sind Anwendungen im sich im Wandel befindenden Energiesektor besonders vielversprechend.Chinesische Universität arbeitet an einer dezentralen Elektrizitäts-BörseWissenschaftler der c

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Handelskrieg: 23% der Bürger Hongkongs erwägen den Kauf von Kryptowährung

Laut einer Umfrage der Hong Kong Blockchain Association (HKBA) glaubt fast die Hälfte der Befragten (46%), dass sich Hongkongs Wirtschaft im nächsten Jahr erheblich verschlechtern wird. Ungefähr 23% der Teilnehmer gaben an, dass sie in Erwägung ziehen, in „virtuelle Währung“ wie Bitcoin und Ethereum zu investieren, um sich gegen eine drohende Finanzkrise abzusichern. 46% glauben an einen Wirtschaftskrieg Nach Inkrafttreten der neuen US-Strafzölle auf chinesische Importe, hat Chinas Regierung mit sofortiger Wirkung Strafzölle auf eingeführte US-Waren verhängt. Aufgrund der Spannungen zwischen den beiden Ländern, glauben 46 Prozent der

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